Diesmal fand die Senioren-EM in Serbien statt, ein mir vollkommen unbekanntes Land. Konkret ging es nach Novi Sad, eine kleine Stadt im Norden des Landes. Mit dem Flieger dauert es von Frankfurt knapp 2 Stunden bis Belgrad, der Serbischen Hauptstadt, danach ging es noch einmal knapp eine Stunde per Bus oder Taxi in den Norden. In Novi Sad ist vieles zu Fuß erreichbar, wobei der Stadtbus oder auch ein Taxi sehr günstig sind. Die Innenstadt, Fußgängerzone, ist geprägt von kleinen Geschäften und vielen Restaurants. Besonders sind die Innenhöfe der Häuser. Manch einer Passage würde man den Zutritt verweigern, wenn nicht vorher bekannt wäre, was einen erwartet.![]()
Hiervon gibt es sehr viele, mal mit Restaurants, mal mit kleinen Geschäften, mal mit allem.
Der Spielort, das Messezentrum, ist schon sehr alt. Im April 1974 fand hier schon eine Tischtennis-EM statt. Dennoch waren die Bedingungen je nach Halle gut bis sehr gut. Apropos "sehr gut": Wilfried Lieck war damals schon dabei und sicherte sich dieses Mal ohne einen Satz (im Einzel) abzugeben Gold bei den Ü80 sowohl im Einzel als auch im Doppel.
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Wie bei den Senioren üblich werden Montag und Dienstag die Gruppenspiele im Einzel und Doppel an einem Tisch gespielt. Im Einzel durfte ich gegen einen Norweger starten, danach war ein Franzose und zum Schluß ein Niederländer an der gegenüberliegenden Tischseite. Wie leider sehr häufig bei mir brauche ich die erste Partie zum „rein kommen“. -8,-4, und -6 sprechen eine deutliche Sprache. Gegen mein Gegenüber aus Frankreich sah es schon viel besser aus. 11:9, 11:4, 10:12 und 11:9 bedeuten einen 3:1-Sieg. Nachdem mein Holländischer Freund bisher beide Spiele gewinnen konnte, würde ein Sieg meinerseits die Tabelle durcheinander bringen. Also noch einmal Vollgas. Leider hat es nur zu einem Satzgewinn gereicht, aber so knapp, wie die Sätze ausgingen, hätte ich auch 3:0 gewinnen können: nach -11, -10, 8, -5 hieß das Ergebnis 1:3.
Am Dienstag im Doppel mit meinem Standard-Partner Gregor Kasprick stand am Ende der Gruppen-Phase auch ein 1:2. Mal deutlich, mal spannend und einmal sehr spannend. Zu 12:10 haben wir im fünften Satz gegen ein Team aus Belgien gewonnen.
Mittwoch war ein Tag zum Trainieren und die Welt zu erkunden. So war zumindest mein Programm.
Der Donnerstag wurde ein schwarzer Tag für mich. Mit 6:11, 8:11 und 3:11 gegen einen Slovenen war mein Turnier im Einzel beendet.
Am Freitag im Doppel lief es besser, Gleich am Morgen gegen eine Schweizerische-Deutsche Kombination holten wir ein spannendes 3:1. Besonders der dritte Satz war umkämpft, denn beim Spielstand von Spielstand 1:1 lagen wir 6:10 hinten. Nach einer Fehlangabe der Gegner starteten wir die Aufholjagd und konnten in der Verlängerung mit 13:11 gewinnen. Frisch motiviert folgte ein 11:5 und damit der 3:1-Sieg. Unsere zweite Partie begann ähnlich spannend. Gegen ein Doppel aus der Türkei und Griechenland konnte wir nach unzähligen Satzbällen nicht "den Sack zu machen" und verloren mit 18:20 (fast wie früher). Danach lief nichts mehr zusammen und nach -2 und -5, stand ein 3:0 für die Gegner auf dem Zählgerät.
Der aktive Part bei der Senioren-EM war beendet. Aber für die Rolle des Zuschauers hatte ich noch viel Zeit und das lohnte sich. Karakasevic war gemeldet und hat zumindest im Doppel gespielt mit dem Sohn von Dragutin Surbek, übrigens mit gleichem Namen. Zwei Begegnungen konnte ich mir live und aus der Nähe ansehen. Ein Lehrstück wie einfach Tischtennis sein kann. Zumindest wenn man die Qualität von "King Kara" hat. Bis zum Nachmittag schaute ich mir noch viele Partien an. Danach war das Kapitel EVC 2025 endgültig beendet.
Mehr Informationen gibt es auf <https://www.ettu.org/european-veterans-championships/>

